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Brecht Heytens l Functions

ewo lud in Partner­schaft mit dem Museion Bozen zum ewoLAB 2017 den jungen, belgischen Künstler Brecht Heytens zu einer Künstler­re­si­denz ein.

„Functions“

In der Serie „Functions“ provoziert Heytens vor allem Gegensätze innerhalb seiner Arbeiten. Der Materia­li­tät eines massiven Holzrah­mens stellt er das immate­ri­elle Medium Licht in Form von Neonröh­ren gegenüber. Die Stabili­tät, die durch die linearen und geometri­schen Formen und der Struktur der Arbeiten suggeriert wird ist irrefüh­rend, ist der Holzrah­men doch am Ende nur an einem dünnen Kabel befestigt, der die Konstruk­tion durch Spannung in Balance hält. Heytens zeigt hier Verspielt­heit, hinter der jedoch eine ausgeklü­gelte Statik und Interak­tion mit dem Raum steckt. Die Verbin­dung mit dem Raum ist demnach ein wichti­ges Detail für die Existenz und die Aktivie­rung der Werke Heytens.

Im Rahmen des ewoLAB wurden zwei Werke von Brecht Heytens innerhalb der Ausstel­lung „Functions“ vom 09.02.–09.03.17 im Atelier­haus des Museion Bozen und in der 2. Ebene des Museions, sowie ein weiteres Werk im Foyer der ewo in Kurtatsch dem Publikum zugänglich gemacht.

Zeitgleich arbeitete Heytens in einer einmona­ti­gen Künstler­re­si­denz in der Schmiede von ewo im Sarntal. Während dieses Aufent­halts entstand so in den Werkstät­ten von ewo mit „Counter­parts Projec­ting“ eine weitere Instal­la­tion des Künstlers.

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© Luca Meneghel

„Functions“ im Museion in Bozen

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© Luca Meneghel

„Functions“ im Museion in Bozen

„Counterparts Projecting“

Die Arbeit „Counter­parts Projec­ting“ kombiniert die Ästhetik und Arbeits­weise des Künstlers mit der Technik und dem Know-how von ewo. Heytens arbeitete für die Instal­la­tion, wie auch sonst in den meisten seiner Arbeiten, mit Materia­lien wie Metall und Holz – die Entschei­dung dafür hat sowohl funktio­nale als auch ästheti­sche Gründe.

Nach einer Einfüh­rung in die Lichttech­nik von ewo, entschied sich Brecht Heytens dafür, auch diese in seine Arbeit einzubauen. Die Wahl Heytens fiel auf eine kaltweiße (6000 K) rechts/links Linse, die eine besonders asymme­tri­sche und richtungs­ge­bende Abstrahl­cha­rak­te­ris­tik auszeich­net. Innerhalb seiner Recher­che nach einem weiteren Material, das Licht reflek­tiert oder durch seine Transpa­renz durchschei­nen lässt, stieß Heytens auf ein Lochblech mit quadra­ti­schen Gitter­mus­ter, das ihm beide Möglich­kei­ten bot. Heytens spielt mit Licht und Schatten – die in den Holzrah­men eingear­bei­te­ten Linsen strahlen gezielt durch das Gitter­blech, daraus ergeben sich mehrere Projek­ti­ons­flä­chen rund um das Kunstwerk. Der Schatten­wurf des Gitter­mus­ters wird je nach Lichtein­strah­lung leicht deformiert und bringt Leichtig­keit und Dynamik in das sonst konstruk­tive und statisch anmutende Werk.

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© Luca Meneghel

„Counterparts Projecting“ im Museion in Bozen

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© Luca Meneghel

„Counterparts Projecting“ im Museion in Bozen

Heytens ist in seinen Arbeiten, neben dem Zusammen­spiel von Material und Form, auf er Suche nach einem physischen Spannungs­feld. Dies erreicht er indem er beispiels­weise physika­li­sche Gesetze wie die Schwer­kraft heraus­for­dert. „Counter­parts Projec­ting“ besteht so aus zwei identi­schen Gegenstü­cken in Form von zwei Rahmen. Sie sind am zentra­len Knoten­punkt so konstru­iert, dass sie nur in einem gewissen Winkel ineinan­der­ge­scho­ben werden können und sich so gegensei­tig stützen und am Umfallen hindern. Die beiden Rahmen­kon­struk­tio­nen „arbeiten“ sozusa­gen unentwegt daran, sich gegensei­tig und somit sich selbst zu tragen – das Kunstwerk ist so ständig unter Anspan­nung.

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© ewo

Entstehung von „Counterparts Projecting“ in ewos Sarner Schmiede.

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© ewo

Entstehung von „Counterparts Projecting“ in ewos Sarner Schmiede.

„Plastered Neon“

Mit „Plaste­red Neon“ zeigt Brecht Heytens eine weitere Facette seiner Arbeit, bei der er mit Gips innerhalb eines perfor­ma­ti­ven Schaffens­pro­zes­ses in situ experi­men­tiert. Die klecks­ar­ti­gen Formen des Gipses bilden einen formalen Kontrast zur Geradli­nig­keit der Neonröhre.

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© Luca Meneghel

„Plastered Neon“ im Museion

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© Luca Meneghel

„Plastered Neon“ im Museion

Der Künstler

Brecht Heytens wurde 1989 in Leuven (Belgien) geboren. Nach dem Abschluss der Bildhaue­rei an der KASK (Konink­lijk Conser­va­to­rium) in Gent, führte er sein Studium an der Sint Lukas Akademie in Brüssel fort, die er 2016 mit einem Master of Fine Arts abschloss. Heytens lebt und arbeitet in Brüssel.

Er erforscht in seinen Arbeiten die formale und dimensio­nale Ebene sowie die Grenzen und Funktio­nen von Materia­lien. Er experi­men­tiert mit den Möglich­kei­ten eines Materi­als indem es dieses seiner Notwen­dig­keit entzieht, sich ihm damit auf eine objektive Weise annähert und es schließ­lich in einen neuen Kontext setzt. Seine großfor­ma­ti­gen Instal­la­tio­nen schafft der Künstler vor allem aus rauen und schrof­fen Materia­lien wie Metall, Holz und Gips.

Video: Brecht Heytens

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