Münster St. Johannes, Dingolfing (DEU)
Relighting mit höchster Präzision für magische Lichtwirkung. ewo Projektionstechnologie mit individuellen Gobos stellt die Architektur in den Mittelpunkt
Neue Beleuchtung für die St.-Johannes-Kathedrale: Präzision, Effizienz und architektonische Aufwertung
Mit der Erhebung der Stadtpfarrkirche St. Johannes zum Münster erhielt das prägende Wahrzeichen der niederbayerischen Stadt Dingolfing einen neuen kirchlichen Rang. Um dies zu würdigen, wurde der prägnante Turm von St. Johannes mit einem neuen Lichtkonzept beleuchtet. Innerhalb von nur vier Wochen realisierte der Südtiroler Leuchtenhersteller ewo für den 83 Meter hohen Turm eine hochpräzise Beleuchtung mit Projektionstechnologie und individuell gefertigten Gobos. Zehn Chameleon C210 Integral Strahler ersetzen die bisherige Beleuchtung mit deutlich reduzierter Anschlussleistung, die rund 75 Prozent Energie einspart und kein Licht in den Nachthimmel emittiert. Das Ergebnis ist eine randscharfe, streulichtfreie Inszenierung, bei der der Turm scheinbar aus sich selbst heraus leuchtet.

© Hans Lichtl

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Neues Licht für das Münster St. Johannes in Dingolfing
Mit der feierlichen Erhebung der Stadtpfarrkirche St. Johannes zum Münster erhielt eines der bedeutendsten Bauwerke der niederbayerischen Stadt Dingolfing im Herbst 2025 einen neuen Rang. Es prägt seit Jahrhunderten das Stadtbild. Der markante Backsteinturm mit seinem schlanken Helm erhebt sich weithin sichtbar über die Dächer der Altstadt. Die Kirche entstand im 15. Jahrhundert und zählt zu den wichtigen spätgotischen Sakralbauten der Region. Mit der Ernennung zum Münster wurde ihre historische und kirchliche Bedeutung nun offiziell unterstrichen. Die Stadt Dingolfing entschied sich, den Turm in diesem Zuge neu beleuchten zu lassen. Ziel war eine zeitgemäße, energieeffiziente und architektonisch präzise Lösung.
Bestehende Beleuchtung neu gedacht
Der Turm war in der Vergangenheit bereits beleuchtet. Mit Scheinwerfern alter Technologie wurden die Fassade aus der Distanz geflutet. Die großflächige Anstrahlung des Bauwerks machte es zwar in der Dunkelheit sichtbar, war jedoch unpräzise und reagiert nicht auf die vertikale Architektur. Ein erheblicher Anteil des Lichtstroms verfehlte die Turmkontur und strahlte frei in Himmel und die Umgebung. Gleichzeitig lag in der energetischen Effizienz deutliches Optimierungspotenzial, da noch traditionelle Leuchtmittel mit gegenüber LEDs deutlich geringerer Effizienz verwendet wurden. Mit der Erhebung zum Münster entstand der Anspruch, die architektonische Qualität des Turms mit einer neuen, präzisen Lichtlösung zu würdigen.
Vier Wochen bis zur Umsetzung
Die zeitliche Vorgabe war ambitioniert. Zwischen Projektstart im August 2025 und der Fertigstellung Anfang Oktober lagen nur wenige Wochen. Die Anfrage erreichte ewo über das Planungs- und Handelsunternehmen HL Lichttechnik, das in direktem Austausch mit der Stadt Dingolfing stand. Die ewo Berater begleiteten das Projekt unmittelbar vor Ort. Aufgrund des engen Zeitfensters erfolgte die Einmessung der Projektionstechnologie mit einer Musterleuchte. Normalerweise werden Leuchten vollständig montiert und ausgerichtet, bevor die finale Vermessung erfolgt. In Dingolfing wurde dieser Schritt vorgezogen, um die Produktion der individuellen Masken für die Gobos rechtzeitig starten zu können. Die enge Abstimmung zwischen Stadt, Stadtwerken, HL Lichttechnik und dem ewo Team ermöglichte eine fristgerechte und präzise Umsetzung.
Maßgeschneiderte Projektion mit Chameleon C210 Integral GOBO
Zum Einsatz kamen zehn Chameleon C210 Integral GOBO Strahler in monochromer Ausführung mit einer Anschlussleistung von nur 51 Watt pro Leuchte. Die Leuchten sind auf vier Positionen rund um die Kirche verteilt. Sie wurden teilweise auf Maststandorten entlang der Straße und des Platzes installiert, teilweise auf kurzen Montagemasten auf einem angrenzenden Dach. Je nach Fassadenseite bestrahlen zwei oder drei Strahler jeweils einen definierten Abschnitt des Turms. Da der Turm mit rund 83 Metern Höhe eine außergewöhnliche vertikale Dimension besitzt, werden mehrere Projektionen übergangslos überlagert. Die Vorderseite des Turms, die bis zum Platz reicht, wird mit drei Projektionen gleichmäßig abgedeckt. Die rückwärtige Seite endet am Kirchdach und benötigt entsprechend weniger Überlagerungen

© Hans Lichtl

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Vom Raster zur perfekten Kontur
Die Besonderheit des Projekts liegt in der präzisen Anpassung der Projektion an die Turmgeometrie. Nach der Montage und Ausrichtung der Musterleuchte wurde zunächst ein Rastergobo eingesetzt. Dieses projizierte ein definiertes Kreuzraster auf die Fassade. Anhand fotografischer Dokumentation wurden die exakten Konturen des Turms digital vermessen. Auf dieser Basis wurden individuelle Masken gefertigt, die exakt der Silhouette des Bauwerks folgen. Mit diesen finalen Gobomasken entstand die randscharfe Projektion, die den Turm vollständig erfasst, ohne über seine Kontur hinaus Licht abzugeben.
Ein Turm mit eigener Strahlkraft
Das Ergebnis ist eine außergewöhnlich präzise Lichtwirkung. Kein Streulicht tritt seitlich über das Bauwerk hinaus, kein Licht erreicht den Nachthimmel. Die Projektionen enden exakt an der Bauwerkskante. Der Turm scheint aus sich selbst heraus zu leuchten. Gerade diese magische Wirkung macht die Qualität der Lösung unmittelbar erfahrbar. Für Betrachter ist nicht erkennbar, woher das Licht kommt. Die Lichtquellen treten visuell in den Hintergrund, die Architektur steht im Mittelpunkt.
Die Projektionstechnologie bietet darüber hinaus die Möglichkeit, Fenster, Portale oder andere Öffnungen gezielt auszusparen. So lassen sich Innenräume vollständig vor unbeabsichtigter Beleuchtung schützen. Diese Option eröffnet neue gestalterische und funktionale Freiheiten in der Fassadenbeleuchtung historischer Bauwerke.
75 Prozent weniger Energie bei maximaler Präzision
Die energetische Bilanz unterstreicht die Qualität des neuen Konzepts. Die ehemalige Anlage arbeitete mit insgesamt 2.000 Watt Anschlussleistung. Die neue Lösung kommt mit 510 Watt aus. Das entspricht einer Energieeinsparung von rund 75 Prozent. Obwohl die Leuchten in Richtung Turm nach oben abstrahlen, geht kein Licht über die definierte Fläche hinaus. So wird kein Licht in den Himmel emittiert. Damit wird das Ziel des Dark Sky Gedankens konsequent umgesetzt. Die Beleuchtung konzentriert sich ausschließlich auf das Bauwerk. Umgebung, Nachbargebäude und Naturraum bleiben unbeeinträchtigt.
“Das Projekt in Dingolfing zeigt eindrucksvoll, wie präzise Licht heute eingesetzt werden kann. Wir machen Architektur sichtbar, ohne den Nachthimmel zu belasten. Die randscharfe Projektion verleiht dem Turm eine eigene Strahlkraft und verbindet technische Exzellenz mit einer emotionalen Wirkung im Stadtraum. Genau dafür steht ewo.
Hannes Wohlgemuth, CEO ewo
Projektdetails
Jahr
2025
Lichtlösung
10 x Chameleon C210 Integral GOBO
Standort
Dingolfing, Deutschland
Kunde
Stadt Dingolfing
Partner
HL Lichttechnik, Hans Lichtl
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